Die ursprünglichen "Lilo und Stitch" Filme und Serien aus den 2000er Jahren kannte ich bisher nicht. Das Remake von 2025 habe ich mir jedoch im Kino angesehen und war begeistert von der Figur des Stitch. Zusätzlich wurde ich auch aus der Community angesprochen, dass jemand mal einen animatronischen Stitch bauen müsste und ob das nicht etwas für mich wäre. Da musste ich tatsächlich zugeben, dass das eine ziemlich gute Idee war. Zudem wäre es dann nach Grogu, PIP-Droid, Grogu 2 und Nix auch mal wieder eine Figur, die nicht aus der Star Wars Welt käme. Ok, dem Disney Franchise bin ich damit immer noch nicht entkommen 😉.
Zum Projekt gibt es auch eine Making-Of Playlist auf meinem YouTube Kanal:
Ein Spielzeug als Basis
Da ich bei den vorherigen Figuren ausreichend mit Silikon und Fell zu tun hatte, hatte ich wenig Lust, erneut eine Figur von Grund auf zu erstellen, Formen zu bauen etc.. Glücklicherweise gibt es eine lebensgroße Stitch-Handpuppe als Spielzeug zu kaufen, die bereits bewegliche Augen besitzt. Ähnlich wie bei meinem ersten animatronischen Grogu konnte ich mich daher darauf konzentrieren, die Figur optisch etwas aufzubereiten und Servos einzubauen.
Die gekaufte Handpuppe

Umbau der Handpuppe
Hier könnt ihr euch in drei Zeitraffer-Videos anschauen, wie ich die Handpuppe von Stitch in einen animatronischen Stitch umgebaut habe:
Augen und Mund aufpeppen
Die originale Handpuppe war für meinen Geschmack von der Farbgebung her etwas zu schlicht gehalten:
- Die Augen hatten dunkelgraue, matte Farbe mit einer aufgemalten, weißen Reflektion.
- Die Zähne waren farblich sehr gleichmäßig und auch etwas zu matt.
- Die Zunge war ebenfalls matt statt feucht zu glänzen
- Die Nase war dunkelblau und auch nicht glänzend.
Insgesamt hatte die Optik also eher ein comicartiges Aussehen.

Das ließ sich aber mit etwas Farbe und Glanzlack natürlicher gestalten. Dazu mussten nur die Augen und die Nase schwarz-glänzend lackiert werden. Zunge und Zähne bekamen ebenfalls einen Glanzlack und bei den Zähnen habe ich die Zahnhälse etwas schmutzig gepinselt.
Das Ergebnis gefällt mir für eine Live-Action deutlich besser:
Kopf Umgestaltung



Servos einbauen
Um die Augen, die Ohren und den Mund von Stitch animieren zu können, mussten insgesamt 5 Servos eingebaut werden. Dazu musste der Kopf komplett zerlegt werden.


Körper umbauen
Um die Elektronik und Servos in den Körper einzubauen, habe ich das Innenleben der Handpuppe komplett entfernt. Dadurch ist der Körper der Figur nicht mehr so weich und kuschelig wie das Original. Aber den animatronischen Stitch soll ja auch niemand knuddeln, daher war für mich in diesem Fall nicht so wichtig.


Hals und Nacken
Beim Hals kommt im Stitch wieder die bewährte 3-Servo-Konstruktion zum Einsatz, die ich schon bei Grogu und Nix verwendet habe. Damit kann der Kopf in alle Richtungen bewegt werden, ohne dass die Servos zu stark belastet werden.

Der rosa Sportwagen
Die Basis des Sportwagens ist ein Rutschauto, das ich gebraucht gekauft habe. Bis auf die Karosserie ist aber im Prinzip alles neu gebaut. Das Chassis besteht aus einem stabilen Aluminiumrahmen und die Räder enthalten jeweils einen Brushless Motor - es hat also 4-Rad-Antrieb.
Dadurch kann sich das Auto auf der Stelle drehen, wie in diesem Video zu sehen ist:
Das Chassis des Sportwagens

Die Reifen sind aus TPU gedruckt, damit sie auch auf glatten Böden genügend Grip haben.
Testdruck eines Reifens mit grünem TPU, das ich noch vom Grogu Projekt übrig hatte



Stich in Aktion, aber noch im Auto-Prototyp und viel zu hoch sitzend
Gleichzeitig ist das Auto auch der Resonanzkörper für die Soundanlage, die ich aus einer alten Verstärkerbox eingebaut habe. Damit der Schallkörper geschlossen ist, habe ich ihn unten mit Worbla-Platten verschlossen.


Zusätzlich musste noch einiges an Elektronik untergebracht werden, wie zwei ESP32, ein Soundmodul, Akkus, Verstärker, mehrere Spannungswandler und ein 360° Lidar Scanner.
Mit dem Scanner kann der Sportwagen Hindernisse erkennen und ihnen automatisch ausweichen, wenn er autonom unterwegs ist. Man kann das Auto aber auch manuell über eine 433 MHz Fernbedienung steuern.
Daniel
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